Freispringen im Sturm.

Gestern stand für Fiete mal wieder Freispringen auf dem Programm. Das erste Hindernis hierbei war allerdings das Wetter. Es war so stürmisch, dass es auch mir schwer fiel, gegen den Wind an meine Position zu behaupten. Alles in allem muss ich Fiete für seine abgeklärte Art loben. Er war zwar sehr aufmerksam und angespannt, aber zu keiner Zeit schwierig zu regulieren oder übermäßig explosiv.

Als kleinen Trainingsbaustein ergab sich dann noch das herrlich im Wind flatternde Absperrband. Sobald Fiete meinem Druck nachgab und sich dem Band näherte, habe ich mich bewusst entspannt. Durch unser wachsendes Vertrauensverhältnis war für Fiete schnell klar, dass von dem Band keine Gefahr droht, wenn doch ich als Ranghöhere körpersprachlich deutlich machte, dass es keinen Grund zur Flucht gab. Im Weiteren ließ sich Fiete sogar problemlos entlang des stark wehenden Bandes longieren.

Einmal von der Longe befreit, durfte Fiete seine Runden in Bestzeit und mit imposanten Bocksprüngen untermalt über den Platz drehen. Diese Momente freuen mich fast am Meisten: das inzwischen so viel besser bemuskelte Pferd in ausgelassener Manier und völlig ungezügelt toben zu sehen, macht mich wirklich glücklich.

Unsere Pferde sind zwar ganztägig draußen, doch verbringen sie derzeit recht viel Zeit an der Heuraufe. Entsprechend kommt das Ausleben des Bewegungsdranges etwas zu kurz. Ich stelle es mir immer wie bei einem Hütehund vor, der in der Wohnung gehalten wird. Als Besitzer brauche ich mich kaum über Überreaktionen oder Fehlverhalten zu wundern, wenn ich der Natur meines Tieres nicht nachkomme. Natürlich ist das verglichen mit Pferden, die im Winter keinen Fuß aus dem Stall setzen, auf hohem Niveau gekrittelt – trotzdem zeigt mir Fietes ausgeglichene Reaktion im Anschluss, wie wichtig diese pure Form der Bewegung ist.

Mir geht es beim Freispringen wenig um erreichte Höhen oder die perfekte Technik. Viel wichtiger ist mir der Spaß, den ich meinem Pferd damit verschaffen kann. Verglichen mit meinen anderen Pferden, muss ich Fiete wirklich Talent attestieren. Er sucht förmlich nach den Sprüngen und zieht fast ohne mein Zutun seine Runden. Nicht immer passt der Absprungpunkt, dezent ahnungslos sieht er außerdem aus – aber fröhlich. Und das ist in diesem Fall alles, worauf es ankommt.

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